Mutmacher

Kükentötung in NRW gestoppt

Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen die Tötung männlicher Küken untersagt, die in der Legehennenzucht ein unerwünschtes Nebenprodukt sind und massenhaft umgehend nach dem Schlüpfen getötet werden. "Tiere sind Lebewesen und keine Abfallprodukte landwirtschaftlicher Produktionsprozesse", sagte Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne). Den Brütereien bleibt ein Jahr Zeit, sich darauf einzustellen und Alternativen zu finden.

 


GRÜNDUNG EINER ÄRZTEINITIATIVE GEGEN MASSENTIERHALTUNG

Nachdem wir bereits Anfang 2013 einen ausführlichen Bericht von Peter Butz über den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung veröffentlicht haben (⇒ zum Artikel)begrüßen wir nun die Gründung einer Ärzteinitiative gegen Massentierhaltung.

Pressemitteilung des Landesnetzwerks Niedersachsen vom 02.11.2013

Bürgerinitiativen begrüßen Ärtzeinitiative gegen Massentierhaltung, Monsterschlachthöfe und MRSA

Die im Landesnetzwerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken zusammengeschlossenen über 130 Bürgerinitiativen, Verbände und Organisationen begrüßen nachdrücklich die Initiative von Ärzten, die auf die lebensbedrohlichen Gefahren der MRSA-Keime hinweisen.

In mehreren selbstfinanzierten Anzeigen in Nordwestniedersachsen und in Nordrhein-Westfalen haben über 20 Ärzte auf die Neugründung ihrer Initiative gegen „Massentierhaltung, Monsterschlachthöfe und MRSA“ aufmerksam gemacht.

Zusätzlich wurden die Ratsmitglieder der Gemeinde Großenkneten (Landkreis Oldenburg) – dort ist ein weiterer großer Geflügelschlachthof geplant - angeschrieben und auf die Gefahren der Massentierhaltung hingewiesen sowie auf eine Änderung der bestehenden Genehmigungspraxis hingewiesen.

„Es nötigt uns sehr großen Respekt ab, dass die Mediziner so couragiert in die Öffentlichkeit gehen und eindrucksvoll auf die ganz erheblichen Gefahren der Massentierhaltung und Agrar- und Lebensmittelindustrie hinweisen“, erklärt Michael Hettwer, Barsinghausen, für das Landesnetzwerk.

Die  drastischen Hinweise der Ärzte zeigten, dass es für alle Beteiligten  höchste Zeit sei, Menschen, Umwelt und Tiere nachhaltig vor den Auswüchsen der Agrarindustrie zu schützen, fordert Hettwer.

„Die von der Ärzteinitiative genannte Zahl von 15.-20.000 Toten, die durch MRSA-Keime allein in Deutschland sterben, müssen alle Verantwortungsträger in Politik, Verwaltung, Bauernverband  und Wissenschaft zum sofortigen Handeln zwingen. Ansonsten werden sie ihrer Verantwortung nicht gerecht.“, appelliert Hettwer und fügt hinzu: „Bei allem Verständnis für betriebswirtschaftliche Zwänge – bei bis zu 20.000 Toten pro Jahr geht  das Leben der Menschen vor dem wirtschaftlichen Interessen Einzelner.“

Das Landesnetzwerk hat der Initiative Unterstützung und ein Gespräch über weitere Schritte angeboten.

 


 

 

Von Dezember 2012 bis April 2013 sind laut AbL 16 Großanlagen

gestoppt worden:
 

ORT  ANLAGE MASTPLÄTZE  GRÜNDE FÜR STOPP

Kuppentin (Mecklenburg)


Hähnchenmastanlage 
 
130.000 Forderung einer Umweltverträglichkeitsprüfung

Dielmissen (Niedersachsen)
Hähnchenmastanlage
(zwei Ställe) 
80.000 Fehlende Unterlagen: Keimschutz, Brandschutz
Zschepplin (Sachsen-Anhalt)
Schweinemastanlage
 
11.000   
Mestlin (Mecklenburg)

Schweinemastanlage
 

1500  Stillegung wegen Verstoß gegen Vogelschutzrichtlinie.
Genthin (Sachsen-Anhalt) auf 50.000 Ferkelplätze erweiterte frühere LPG-Anlage 50.000 muss auf genehmigte 11.000 Tiere binnen 4 Monaten zurückgebaut werden
Wippingen (Emsland) Hähnchenmastanlage
(zwei Ställe)
84.000  unzureichende gutachterliche Berücksichtigung der Stickstoff Emissionen auf die  benachbarte Natur und die Gefährdung der Anwohner durch Bioaerosole
Diesdorf  (bei Salzwedel)

Hähnchenmastanlage
 

200.000  Bauantrag nach erheblichen Protesten zurückgezogen
Oldisleben (Thüringen)
Schweinemastanlage
 
8000  mangelnde Berücksichtigung der Beeinträchtigung benachbarter FFH-Gebiete und Biotope

Wattmannshagen (Mecklenburg)
 
Hähnchenmastanlage 200.000  kritische Werte für Biotope um 1/3 überschritten
Suckwitz (Mecklenburg)

Schweinemaststall

7.900 fehlende Verträglichkeitsprüfung zum Naturschutz und zur Betroffenheit des Tourismus 
Bippen (Niedersachsen)  
Hähnchenmastanlage
(zwei Ställe)


 
100.000  Rodung von 1,7 ha Wald im NaturparkTeutoburger Wald untersagt

Springe/Boitzum

Hähnchenmastanlage
(zwei Ställe)
 
85.000  Bauantrag zurückgezogen
 
Hüllhorst/Tengern
(bei Minden)

Hähnchenmastanlage
 
39.000  Bauantrag zurückgezogen
Stade Schweinemaststall
 
2000 Genehmigung aus Immissionsschutzgründen versagt
Binde (bei Salzwedel) Biogasanlage   stillgelegt, da ungenehmigt gebaut
Münster Aufstockung von 35.000er Putenmastanlage auf 55.000 Mastplätze 55.000 Beschwerde des Investors wegen nicht genehmigtem Bauantrag zurückgewiesen, da die Anlage  teilweise in Naturschutzgebiet lag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AbL-Pressemitteilung (26.04.2013) 

Neues Baurecht begrenzt Agrarfabriken und nützt Bauern und Bürgern

Als „weiteren Meilenstein auf dem Weg zum Ende der Agrarfabriken und für eine flächengebundene und artgerechteTierhaltung in mittelständisch-bäuerlichen Strukturen “ bewertet die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die Einigung im Bundestag zum neuen Bundesbaugesetzbuch. Zu diesem Teilerfolg im Baurecht hätten neben vielen Bürgerinitiativen und Umwelt-, Tierschutz- und Agrar-Verbänden vor allem auch kommunale Spitzenverbände und bauern- und bürgernahe Parlamentarier aller Parteien beigetragen. AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann rief die Gemeinden auf, ihre neuen Rechte zu nutzen und keine Bebauungspläne mehr für gewerbliche Stallanlagen zu beschließen, die oberhalb der Grenzen von 1.500 Schweinemast-, 560 Sauen-, 30.000 Masthühner-, 15.000 Legehennen- , 15.000 Puten- oder 600 Rinderplätze lägen. Dies gelte auch für laufende Antragsverfahren.  

Die bundesweit etwa 200 Bürgerinitiativen des Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“, auf deren Druck hin bereits mehr als 50 beantragte Tierfabriken direkt und mehrere hundert durch einen Rückzug potentieller Investoren verhindert worden seien, könnten die neuen Rahmenbedingungen nun umso erfolgreicher nutzen. Im Interesse bäuerlicher Betriebe liegen laut AbL auch die Filtererlasse für agrarindustrielle Großanlagen, die Vorgaben der EU zum Tierschutz und zur Verteilung der Fördergelder, ein Ende der Baurechts-Privilegierung auch für flächenstarke Großmastanlagen, eine echte Futterflächen-Bindung der Tierhaltung und die Beendigung der Systemabhängigkeit der Mast von Antibiotika.           
                                                                                                                    
                                               

 


Knochenhart

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Quelle: Südd. Zeitung vom 04.02.12

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